Medical Advisor – „Studien-Manager“

Berufsschwerpunkte

  • Klinische Studien
  • Kommunikation mit Ärzten
  • Kongresse

Kompetenzen

  • Kommunikationsstärke
  • Führungsqualitäten
  • Verhandlungsgeschick

Erwarteter Abschluss

  • Naturwissenschaftliches Studium, z.B. Humanmedizin, Pharmazie, Biologie, Mikrobiologie

Nachgefragt bei...

5 Fragen - 5 spannende Antworten:

Als Medical Advisor beschäftige ich mich hauptsächlich mit der Planung und Durchführung von klinischen Studien. Bevor ein Medikament zur Behandlung einer bestimmten Erkrankung zugelassen werden kann, muss seine Wirksamkeit und Verträglichkeit im Rahmen von kontrollierten Studien an betroffenen Patienten nachgewiesen werden. Je nachdem wie das Medikament wirkt und welche Therapien aktuell bereits verfügbar sind, kann das für eine Zulassung erforderliche Studienprogramm sehr unterschiedlich und mehr oder weniger komplex ausfallen.

Es wird zwischen lokalen und globalen Studien unterschieden. Lokale Studienprojekte ergänzen das globale Studienprogramm und beschäftigen sich mit weiterführenden medizinischen Fragestellungen, für die ich mir geeignete Studienkonzepte überlege.

Bei lokalen Studien bin ich darüber hinaus für sämtliche Aspekte der Studie verantwortlich z.B. für die Erstellung und Genehmigung des gesamten Prüfplans, die Finanzierung der Studie und die Bereitstellung des Prüfmedikaments oder auch für die Auswahl des Studienleiters und der Studienzentren. Nach der Beendigung eines lokalen Studienprojekts ist es meine Aufgabe, die Studienergebnisse auszuwerten und die fristgerechte Erstellung des offiziellen Studienberichts sicherzustellen.

Ganz anders ist meine Verantwortlichkeit bei globalen Studien, die unter der Leitung unseres Hauptsitzes in Basel durchgeführt werden. Hier sind Studiendesign und Prüfplan in der Regel bereits vorgegeben. Ich agiere vor allem als lokaler Projektleiter im Rahmen der Genehmigung der Studie durch Ethikkommissionen und Zulassungsbehörde. Und als medizinischer Ansprechpartner für die beteiligten deutschen Studienzentren kümmere ich mich gemeinsam mit dem Monitoring-Team darum, dass die nationale Umsetzung der globalen Studie gelingt.

Momentan betreue ich vier globale und zwei nationale Studien. Dabei arbeite ich in der Regel mit PC und Telefon von meinem Schreibtisch aus. Jedoch bin ich mindestens 50 Tage im Jahr unterwegs zu Besprechungen in den Studienzentren oder zur Diskussion von Studienkonzepten mit den Spezialisten in Klinik und Praxis.

Weiterhin gehe ich regelmäßig auf nationale und internationale Kongresse , bei denen ich mich über aktuelle Entwicklungen informieren und neue Studienideen mit den Meinungsbildnern vor Ort diskutieren kann.

Wenn ich eine neue Studie plane, gibt es immer wieder „kreative Phasen“. Dann treffe ich mich z.B. mit den Spezialisten eines Fachgebiets im Rahmen von sogenannten Advisory Boards. In diesen Beratungstreffen diskutieren wir ausgewählte klinische Themen oder überlegen gemeinsam, für welche Patientengruppe oder Erkrankung besonders dringend Studien durchgeführt werden sollten.

Dieser Austausch ist sehr spannend und wissenschaftlich anspruchsvoll und ich kann meine Kenntnisse aus dem Medizinstudium voll einbringen.

Es ist manchmal schwierig den Überblick über die zahlreichen, unterschiedlichen Anforderungen der eigenen laufenden Studien zu behalten. Häufig muss ich dabei viele gesetzliche Regularien und zum Teil komplexe interne Umsetzungsvorgaben beachten. Weiterhin kommt dazu, dass man oftmals enge Fristen einhalten muss, insbesondere wenn es um die Sicherheit der Patienten in unseren Studien geht.

Ursprünglich wollte ich eigentlich Ärztin werden, deswegen habe ich Medizin studiert. Im zweiten Semester erzählte mir ein Kommilitone aus den höheren Semestern von seinem 4-wöchigen Praktikum bei einem Pharmaunternehmen. Ich fand das spannend, bewarb mich und bekam einen Praktikumsplatz.

Nach dem Studium arbeitete ich 1 Jahr lang in der Notfall-Ambulanz eines großen Krankenhauses und merkte ziemlich schnell, dass ich als Klinikärztin auf Dauer nicht glücklich werden würde. Durch mein Praktikum war die Arbeit bei einem Pharmaunternehmen etwas, was ich mir neben anderen Optionen gut vorstellen konnte und so bin ich schließlich Medical Advisor geworden.

*Name geändert